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        <link href="http://www.nachgehakt.org/archives/223-Warum-ich-der-Piratenpartei-den-Rueckschlag-goenne.html" rel="alternate" title="Warum ich der Piratenpartei den Rückschlag gönne" />
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            <name>Stefan</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-11T12:23:06Z</published>
        <updated>2010-05-12T07:39:22Z</updated>
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        <title type="html">Warum ich der Piratenpartei den Rückschlag gönne</title>
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                Zugegeben, bewusst reißerische Überschrift. Sachlicher würde sie lauten: <em>Warum der Piratenpartei ein Rückschlag gut tun kann</em>.<br />
<br />
1,5% Zweitstimmen in NRW. In den Wahlergebnissen abgehandelt unter &bdquo;Sonstige&rdquo;. Vielen Piraten tut dieses Ergebnis weh und einige Artikel beschwören bereits das Ende der Piratenpartei herauf. <br />
<br />
Doch könnte sich diese gefühlte Niederlage langfristig nützlicher erweisen, als die Erfolge der Europa- oder Bundestagswahl. Die Piratenpartei wirkte in der Außenbetrachtung fast schon wie in einem Siegesrausch. Vor jeder Wahl wurde das Überspringen der 5%-Hürde als durchaus möglich angesehen. Auch die kurze Abfolge der Wahlen ließ viele Piraten nur bis zur nächsten Wahl blicken und die ungleich schwerere langfristige Aufbauarbeit aus dem Auge verlieren.<br />
<br />
Dieser &bdquo;Lauf&rdquo; der Piratenpartei ist es, der für eine relativ hohe Medienbekanntschaft gesorgt. Dieser Bekanntheitsgrad, gerade unter &bdquo;Netzaffinen&rdquo; ist aber nicht nur Segen, sondern auch Fluch. In der Euphorie haben viele Opportunisten ihr Heil in der Piratenpartei gesucht. Prominentes Beispiel dürfte wohl das Vorstandsmitglied Stefan <strike>Aaron</strike> Koenig sein, der <a href="http://aaron-koenig.blogspot.com/2010/05/viel-gluck-piraten.html" title="Austritt aus der Piratenpartei">gestern seinen Austritt aus der Partei bekannt gegeben hat</a>. Ein Bilderbuchbeispiel eines Karrieristen, der allein zur Steigerung des eigenen Bekanntheitsgrades eingetreten zu sein scheint und das erste Auftreten von Gegenwind zum Ausstieg nutzt.<br />
Natürlich hätte er ohnehin wenig Chancen auf eine weitere Parteikarriere gehabt. Sein Rückzug erweckt aber den Eindruck, dass er die Piratenpartei nur deswegen ausgesucht hat, weil sie zum damaligen Zeitpunkt die Partei mit einer höchsten Aussicht auf einen „schnellen Ruhm“ gewesen ist.<br />
<br />
Trotzdem zeigt die Rolle von Koenig auch Probleme auf, denen sich die Partei stellen muss. Es gilt eine Art Dogma, Inhalte sollen vor Personen stehen. Doch sind es Personen, die diese Inhalte transportieren müssen. Ohne Namen und Gesichter, die bekannt sind und wiedererkannt werden, ist es schwierig, Inhalte zu transportieren.<br />
Die Grünen dürften die Abneigung vor einem Personenkult mit der Piratenpartei gemein haben. Trotzdem müssen auch sie auf Personen setzen, die die Partei in der Öffentlichkeit vertreten.<br />
<br />
Ebenso muss die Piratenpartei so schnell wie möglich dem Bild einer 1-Themen-Partei entkommen.  Allein mit Netz- oder Medienthemen ist kein Wahlkampf zu gewinnen (zumal wenn Forderungen, wie dem <a href="http://www.piratenpartei-nrw.de/portal/presse/rundfunkr%C3%A4te-parteien-raus-ccc-rein-%E2%80%93-piratenpartei-fordert-sitz-f%C3%BCr-chaos-computer-club-den-" title="Forderung der Piratenpartei NRW">CCC einen Sitz in den Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Sender zu gewähren</a> den Eindruck erwecken, beim CCC handele es sich um ein Allheilmittel). Neue, kreative Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Ideen müssen her. Hier muss die Piratenpartei genauso auf Experten in ihrem jeweiligen Fachgebiet setzen, wie sie sich gegen die &bdquo;Bevormundun&rdquo;g im Netz durch &bdquo;Internetausdrucker&rdquo; sperrt.<br />
Zwar wurde in NRW versucht ein breites Themenfeld abzudecken, das Wahlprogramm liest sich oftmals aber sehr beliebig. Radikale Visionen und aus der Masse der Parteien herausragende Forderungen, die sich vielleicht erst in einigen Jahren umsetzen ließen, fehlen. Gleichzeitig geben sich die Piraten in NRW einer klaren Klientelpolitik hin, wenn sie <a href="http://www.piratenpartei-nrw.de/portal/wahlprogramm-landtagswahl-nrw/kultur.htm" title="Förderung des eSports">eine öffentliche Förderung des eSports vertreten</a>.<br />
<br />
Sinnvolle Konzepte vorausgesetzt, kann die Piratenpartei Wähler verschiedener Parteien ansprechen. Schnittmengen mit Flügeln von FDP, Grünen, SPD oder CDU bestehen genug. Sie muss den Rückschlag aber als Chance auffassen, sich organisatorisch und inhaltlich besser aufzustellen. Der Bundesparteitag in Bingen kann hier einen ersten Aufschluss geben, ob die Nachricht angekommen ist. 
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            <name>Stefan</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-06T14:22:32Z</published>
        <updated>2010-05-10T18:44:26Z</updated>
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        <title type="html">Die boulevard-artige Kritik am Boulevard-Verhalten</title>
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                <blockquote>17,98 Euro monatlich zahlen die Deutschen für qualitativ hochwertige Fernsehbeiträge und guten Journalismus auf den zahlreichen öffentlich-rechtlichen Kanälen. Die Pressestelle von 1&1 durfte sich heute persönlich davon überzeugen, mit wie viel Inbrunst und Hingabe dieses Geld für eine objektive und fundierte Berichterstattung eingesetzt wird.</blockquote><br />
<br />
So beginnt ein <a href="http://blog.1und1.de/2010/05/05/unsere-rundfunkgebuehren/" title="Eintrag im 1&1 Blog">Beitrag im 1&1-Blog</a>, in dem man sich über - zumindest gefühlt - boulevardeskes Verhalten eines Kamerateams des CT-Magazins ärgert. Dieses war unangekündigt erschienen und wollte Marcell D'Avis interviewen, der allerdings nicht anwesend war.<br />
<br />
<blockquote>Mit Megafon und Kamera forderte die Darstellerin ein Treffen mit Marcell – ein von Boulevardmagazinen des Privatfunks durchaus bekanntes journalistisches Stilmittel – offenbar auch beim Hessischen Rundfunk.</blockquote><br />
<br />
Wie war das mit dem Glashaus?<br />
<br />
Ein Verhalten als Boulevard-üblich zu kritisieren, dies gleichzeitig aber über die völlig ausgelatschte Schiene der GEZ-Gebühren zu tun, ist einigermaßen bizarr. Man sollte meinen, dass es auch möglich ist, Kritik am Verhalten eines öffentlich-rechtlichen Senders zu äußern, ohne den populistischen Weg zu gehen. Bei 1&1 scheint es zumindest nicht zu funktionieren. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, der Autor wollte sich hier seinen persönlichen Frust von der Seele schreiben.<br />
Aber immerhin konnte man auf diese Weise hoffen, zumindest die Leser der Zeitung mit den vier großen Buchstaben sofort auf seiner Seite zu haben. Wen juckt es dabei schon, wenn man bei anderen wie ein Kleinkind wirkt, dem die Schaufel weggenommen wurde?<br />
<br />
Vielleicht hätte ich meinen Blogbeitrag aber auch anders beginnen sollen.<br />
<br />
<em>Bis zu 399,99 Euro monatlich zahlen die Deutschen für Leistungen des Webhosting- und DSL-Providers 1&1. Die Pressestelle von nachgehakt.org durfte sich heute <strike>persönlich</strike> davon überzeugen, mit wie viel Inbrunst und Hingabe dieses Geld für <strike>eine</strike> objektive und fundierte <strike>Berichterstattung</strike> Blogbeiträge eingesetzt wird.</em> 
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