Aber nicht, wenn es nach Jörn Thießen geht, seines Zeichens SPD-Bundestagsabgeordneter. Spiegel Online zitiert ihn:
Der SPD-Bundestagsabgeordneten Jörn Thießen will die Menschen sogar zum Wählen verpflichten. "Wir Politiker müssen im Parlament abstimmen, das kann man auch von den Wählern bei einer Wahl verlangen. Wer nicht zu einer Wahl geht, sollte 50 Euro Strafe zahlen. Demokratie ohne Demokraten funktioniert nicht", sagte Thießen ebenfalls der "Bild"-Zeitung. Als Vorbild nannte er Belgien, wo eine Wahlpflicht herrscht. Wer nicht wählen geht, muss mit einer Strafe rechnen. Entsprechend hoch ist dort die Wahlbeteiligung.
Aha. Die armen Bundestagsabgeordneten müssen abstimmen. Ist mir jetzt zwar neu, aber er wird es sicher besser wissen. Wenn er mir dann noch die leeren Reihen bei einer beliebigen Bundestagsdebatte erklären könnte?
Oder vor kurzem die Debatte um die Anwesenheitsquote von Silvana Koch-Mehrin. Doch halt, ich vergaß, sie stellte sich ja dann auf den Standpunkt, zwar abgestimmt zu haben, aber nicht registriert gewesen zu sein (Kleiner Exkurs: Wie habe ich mir das vorzustellen? Als Anwesend registriert: 500 Abgeordnete. Abgegebene Stimmen: 501. Parlamentspräsident: Ah, Frau Koch-Mehrin ist da. Mir würde es zu denken geben, wenn es mehr Stimmen als angeblich Anwesende gibt. Ich hab mich aber auch nie damit beschäftigt, wie im Europaparlament die Stimmen abgegeben werden. Exkurs Ende) .
Aber zurück zum Thema: wir haben aus gutem Grund ein Wahlrecht, welches eben auch das Recht enthält, nicht zu wählen (auch wenn ich persönlich das für die falsche Entscheidung halte). Ich möchte nicht wissen, wie die ersten 2-3 Wahlergebnisse nach Einführung einer Wahlpflicht aussehen. Vermutlich würden Parteien, die das durchgedrückt hätten, abgestraft. Schlimmstenfalls positioniert sich die NPD als empörte Retter des Volkes und fertig wäre eine der effektivsten Methoden, die NPD zu "pushen".
Jens Ferner schlägt vor, unter je 1000 Wählern einen Opel zu verlosen, damit könne man direkt die Konjunktur beleben. Ich finde, das geht nicht weit genug, außerdem ist der Vorschlag zu SPD-fern. Nein, erinnert sich noch jemand an die ende letzten Jahres heiß diskutierten Konsumgutscheine? Ein Vorschlag war unter anderem ein Gutschein, bei dem die Betroffenen einen Teil selbst zahlen müssen, um den Gutschein einzulösen. Das Ganze kostet den Staat nicht übermäßig viel, ähnlich wie bei der Abwrackprämie wird ein guter Teil über die Mehrwertsteuer refinanziert.
Perfekt. Wer wählt, bekommt einen Konsumgutschein. Nun müssen wir nur noch sicherstellen, dass auch die richtigen Parteien gewählt werden. Um die alte Tante SPD auch richtig zu stützen, schlage ich folgende Einschränkung vor: Einen Konsumgutschein erhält nur, wer seine Stimme einer Partei gibt, die in der Vergangenheit bereits an einer Bundesregierung beteiligt waren. Perfekt, Stimmen für die Linke zählen nicht, gerade die Menschen mit schwachem Einkommen werden dann an einer Stimme für die SPD interessiert sein.
Was sagen Sie, Herr Thießen?
Übrigens, sollten Sie den Vorschlag umsetzen, bitte ich doch um eine kleine Entlohnung. Ein Konsumgutschein sollte doch wohl drin sein, oder?




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