Da soll doch noch einmal sagen, die Briten wären uns in der Überwachung in allem voraus: im Kreis Ludwigsburg wird als Folge des Polizistenmordes durch das "Heilbronner Phantom" seit 8 Monaten regelmäßig bei Fahrzeugkontrollen eine DNA-Probe genommen, um sie mit dem DNA-Profil der Täterin zu vergleichen (wenngleich aus den Berichten bei heise.de und der Ludwigsburger Kreiszeitung nicht sicher hervorgeht, ob nicht ein Abgleich mit der gesamten DNA-Datenbank vorgenommen wird).
Von durchschnittlich 18 DNA-Proben (!) pro Fahrzeugkontrolle ist die Rede, insgesamt 1300 DNA-Proben im letzten Jahr, sowie von einer Ablehnerquote von "unter einem Prozent". Natürlich, bei einer Fahrzeugkontrolle überrumpelt, mit Ermittlungen nach einem Mordfall konfrontiert, wer sagt da nein? Wer weiß genug über den Fall, um zu ermessen, um was es geht bzw. möchte sich nicht schnell aus dem Fokus der Ermittler bringen? Die Überprüften sollen übrigens in einer Negativ-Datei gespeichert werden, um bei zukünftigen Kontrollen nicht noch einmal aufgefordert zu werden, ob das wirklich funktioniert, darf bezweifelt werden.
Angeblich soll aber kein Druck auf die AutofahrerInnen ausgeübt werden und es würden auch nur Personen von den Beamten zur Genprobe aufgefordert, auf die das Profil des Phantoms zutrifft. Ich verfüge natürlich nicht über das Wissen der Ermittler, aber gerade die Bezeichnung Phantom spricht dafür, dass man eben nicht sehr viel über die Frau weiß - abgesehen von Gen-Spuren in halb Deutschland bei Einbrüchen und Mordfällen. Erstaunlicherweise werden aber auch Männer zur Probe aufgefordert. Wann Proben genommen werden, sei "weitgehend eine Sache des Näschens unserer Kollegen", außerdem soll die Frau möglicherweise gar nicht als Frau identifizierbar sein. Somit hat das wieder eine Logik, so kann man fast ganz Deutschland testen lassen - vorausgesetzt die Personen sind noch fähig, einen Einbruch zu begehen. Mir ist durchaus bewusst, dass Personen äußerlich ein Mann, genetisch aber eine Frau sein können (und dazu muss man noch nicht mal zu Transsexuellen schauen), aber wo bitte setzt man denn damit die Grenze? Mit diesen vagen Angaben, kann jedeR verdächtigt werden, der sich jemals in der weiteren Umgebung von Heilbronn, Saarbrücken oder sonstwo aufgehalten hat (Jens Ferner vermutet übrigens hier in den Kommentaren, dass die Polizei einen männlichen Beifahrer sucht, so oder so, das Grundproblem bleibt).
Verwundert hat mich auch, dass das Thema in den Medien ziemlich unterzugehen scheint... anscheinend sind DNA-Tests schon zu "normal", um darüber zu berichten, auf die außergewöhnlichen Umstände geht keiner mehr ein...
Wo kann ich meine Probe abgeben?
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Wednesday, 14. January 2009
DNA-Tests Standard bei Fahrzeugkontrollen im Kreis Ludwigsburg
Posted by Stefan
in Datenschutz
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14:03
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